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Ziel |
Rauhenhalsalp |
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Gebiet |
Höfatsgruppe - Oytal |
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Datum |
18.07.2005 |
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Mitwanderer |
meine Eltern (bis Oytalhaus) |
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Ausgangspunkt |
Oberstdorf Weststr. (813) |
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Station
1 |
Talstation Nebelhornbahn |
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Station
2 |
Dr.-Hohenadl-Weg |
| Station 3 | Oytalhaus (1010) |
| Station 4 | Untere Gutenalpe (1048) |
| Station 5 | Prinzenkreuz |
| Station 6 | Rauhenhalstobel |
| Station 7 | Rauhenhalsalpe (1568) |
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Endpunkt |
zurück bis Oytalhaus (1010) |
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Höhenmeter
rauf |
755 |
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Höhenmeter
runter |
558 |
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Gehzeit
inkl. Pausen |
6 Stunden (+ 1:15 h für Rückweg nach Oberstdorf) |
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Bergbahn |
nein |
Der etwas ungewöhnliche Ausgangspunkt hängt mit meinen Urlaub zusammen, denn in der Weststraße ist unsere Ferienwohnung. Weil es heute sehr warm werden soll, wähle ich den Dr.-Hohenadl-Weg um ins Oytal zu gelangen. Zwei Vorteile sprechen für diese Wahl: 1. er steigt gleichmäßig kaum spürbar bis zum Oytalhaus an und 2. er verläuft entlang der Trettach und später am Oybach fast immer im Schatten. Nach etwa zwei Stunden Gehzeit passiere ich die Untere Gutenalpe und habe diesen Blick auf das Höfatsgebiet in dem sich die Rauhenhalsalp befindet. Ganz links im Bild die zwei Gipfel des Seilhenkers, etwas rechts der Bildmitte der steile "Zacken" der Kleinen Höfats und rechts der Grat, der zum Zweiten Höfats-Gipfel führt und etwas niedriger scheinend der Höfats-Westgipfel. Der Fels davor steigt etwa zur Giselerwand an und bildet die rechte Begrenzung vom Rauhenhalstobel.
Wenige Minuten später überquere ich den von links herab kommenden Laufbach und kurz danach erreiche ich das Prinzenkreuz. Das folgende Bild ist vom Abstieg und zeigt das Prinzenkreuz oben links. Dem zu folge führt der Weg rechts weiter Richtung Käseralpe. Zur Rauhenhalsalp geht es aber kurz nach der Brücke über den Oybach rechts ab auf den hier vorne zu sehenden Weg.
Von etwas weiter oben sieht man, dass er eigentlich nur die erste Kehre des Weges zur Käseralpe abkürzt. Wenn man bei der rechts unten zu sehenden Kurve ankommt beginnt endgültig der teilweise nur sehr undeutliche Weg in eine andere Welt. Man biegt hier im rechten Winkel nach rechts (im Bild nach links) auf eine zu Beginn noch gut erkennbare Fahrspur.
Man geht einfach so lang geradeaus bis man den Tobel erreicht. Den Tobel aber noch nicht überqueren. Dann wieder 90 Grad nach links und am Rand eine Weile bis kurz vor dem in der Bildmitte zu sehenden Felsen aufsteigen.
Auch wenn ich beim letzten und beim folgenden, zurück blickenden Bild genau auf dem Weg stehe sieht man ihn nicht, weil er fast völlig zugewachsen ist. Man kann ihn aber kaum verfehlen, wenn man in dem kniehohen Gewächs immer dort geht, wo man den geringsten Widerstand verspürt. :-)
Wie gesagt wechselt der Weg vor diesem Felsen auf die rechte Seite.
Es kann aber auch sein, dass man sich für die Überquerung eine andere Stelle suchen muss, denn die Lawinenreste, die den Tobel bis weit ins Tal füllen, sind unterspült und stürzen wahrscheinlich irgendwann ein. Vorzugsweise sollte man ihn dann etwas weiter unten überqueren, denn weiter oben wird er schnell sehr steil. Bei mir ist der Übergang noch möglich, ein gutes Gefühl habe ich dabei aber nicht. Denn kurz nachdem ich das folgende Foto auf den Lawinenrest mache, sehe ich in der Mitte kleinere Löcher in der Schneedecke. Darunter sehe und höre ich drei bis vier Meter tiefer das rauschende Wasser. Ich bekomme gleichzeitig kalte und warme Luft um den Körper geblasen; ein komisches Gefühl.
Von etwas weiter oben die Stelle an der der Tobel überquert wird. Links im Bild, wo kein Schnee mehr liegt, sollte eine Überquerung auch möglich sein. Vielleicht wundern Sie sich warum die Spur auf der linken Seite weiter hinauf führt. Ich mich auch, bis ich am folgenden Tag im Oberstdorfer Heimatmuseum die Lösung fand: 1935 haben die Herren Stolze und Prinz den Zweiten Höfats-Gipfel über seine Nordwand aus dem Rauhenhalstobel als erstes bezwungen. Vielleicht gab es in den letzten 70 Jahren ein paar Nachahmer, die ihre "Spuren" hinterlassen haben.
Die steile Fortsetzung des Tobels.
Nicht weniger steil, aber jetzt vom Tobel wegführend verläuft der Steig nach rechts zunächst noch unterhalb der Felsen zu dem kleinen Geröllfeld,
welches auf diesem Bild jetzt links zu sehen ist. Vom Geröllfeld geht der Steig auf einem recht steilen Band zu den großen Bäumen nach rechts oben.
Vom Steig selbst bietet sich dieser Anblick. Damit hier keine Schafe (oder auch Wanderer) abstürzen ist eine Art Fangzaun angebracht. Obwohl in den brüchigen Fels auch ein paar Stufen geschlagen sind ist der Weg alles andere als angenehm zu gehen. Wer jetzt Probleme mit dem steilen und zudem ausgesetzten Steig bekommt, sollte bedenken, dass es bergab noch viel unangenehmer wird. Und wo der Zaun aufhört geht die Ausgesetztheit noch ein kleines Stück weiter.
Der restliche Weg bis zur Alpe ist einfacher und verläuft erst durch ein kleines Waldstück und dann in Serpentinen über steile Grashänge. Auf dem Waldboden muss man noch kurz aufpassen um den Weg nicht zu verlieren. Auf der gesamten Tour ist die Pflanzenvielfalt überwältigend. Unter anderen habe ich Alpenrosen
und Türkenbund gesehen.
Schon vor Erreichen der Alpe höre ich Schafe määähen und ihre Glocken läuten. Als ich jedoch an der kleinen Hütte ankomme, sind keine Schafe und kein Schäfer zu sehen. Ich bin also ganz allein. Über der Hütte ist die Höfatsnadel, ein schmaler Felssporn, zu sehen.
Die Aussicht nach Norden: In der Mitte Himmelhorn und Schneck, links davon über dem Laufbachtal Rotkopf und Laufbacher Eck.
Weiter nach links Lachenkopf und Schochen (im Vordergrund mein Rastplatz)
links vom Schochen erkennt man noch die Seeköpfe.
Beim Blick ins Tal erkennt man immer noch die Brücke, an der der Aufstieg zum Tobel beginnt. Der Tobel schneidet sich rechts in den Berg während ein Stück vom Aufstiegsweg links parallel zur Bildkante zu sehen ist.
In südlicher Richtung erkennt man in der Bildmitte das Kreuz auf dem Höfats-Westgipfel.
Weil meine Eltern im Oytalhaus auf mich warten und weil ich für den Aufstieg mehr Zeit als geplant gebraucht habe, verzichte ich auf eine längere Pause und eine genaue Inspizierung der Alpfläche. Bereits wieder auf dem Abstieg sieht es so aus, als ob sich mein Weg mit dem Schuttkegel des Laufbachs vereint.
Leider sind die Lichtverhältnisse nicht so gut, um heute eine schöne Aufnahme vom Schneck zu machen. Diese hier ist noch einigermaßen etwas geworden. Ganz links der Schneck-Hauptgipfel. Davor das Himmelhorn mit dem Rädlergrat (rechts). Ebenfalls im Heimatmuseum erfuhr ich, dass Hermann Rädler, der den Grat 1910 als erster bezwang, 98 Jahre alt wurde. Klettern kann also auch gesund sein. :-)
Durch das kurze Waldstück erreiche ich wieder die Schlüsselstelle dieser Tour, welche kurz nach diesem Punkt beginnt. Im Hintergrund erkennt man die Steilheit des Hauptarm des Tobels.
Als ich den Tobel wieder überquert habe und schon fast wieder im Tal bin, höre ich einen Helikopter und erkenne ihn (roter Punkt in der Bildmitte) am Gleitweg im Bereich des Seealpengündlestobel, jedoch nicht weit über dem Tal.
Stolz auf mich und die gelungene Tour schreite ich Richtung Oytalhaus. Gedämpft wird die gute Laune, als ich neben dem Helikopter auf der Wiese Autos von Polizei, Bergwacht und von einem Bestattungsunternehmen sehe. Meine Eltern kommen mir schon entgegen, denn es hat sich bereits bis zum Oytalhaus herumgesprochen, dass es einen Toten am Gleitweg gegeben hat. Am nächsten Tag stand in der Zeitung: ... kam der 69jährige vom Weg ab und stolperte ...
Die Demonstration meinen Eltern gegenüber, wie schön Bergwandern sein kann, ist also nicht so gelungen. Dafür lerne ich Familie Redlich, die das Oytalhaus betreiben, persönlich kennen. Mit Peter Redlich hatte ich zuvor ein paar Mal gemailt. Von den leckeren Speisen und Getränken können wir nicht genug bekommen und merken nicht wie es draußen langsam dunkler wird. Vor dem nahenden Gewitter werden wir im Auto nach Oberstdorf mitgenommen.
Das sehr zu empfehlende Oytalhaus: